Legionellen und die Gefahren

Was sind Legionellen?

Legionellen (lat. Legionella) sind stäbchenförmige Bakterien, die hauptsächlich in Gewässern und teilweise im Boden vorkommen. Mit einer Länge von etwa 2 – 5µm und einem Durchmesser von 0,5-0,8µm sind sie für das menschliche Auge nicht sichtbar.

Legionellen kommen in geringer Konzentration auch im kalten Grundwasser vor. Jedoch vermehren sich Legionellen bei Temperaturen von bis zu 20 °C jedoch nur sehr langsam. Besonders schnell vermehren sich die krankheitserregenden Bakterien jedoch in warmem Wasser – idealerweise bei Temperaturen zwischen 40 und 50°C. Aus diesem Grund kommen Legionellen vor allem in Warmwasserbereichen vor. Steigt die Temperatur auf über 55 °C, beginnt die Legionellenpopulation abzusterben. Eine sichere Tötung der Bakterien erfolgt bei mindestens 70 °C.

Momentan sind mehr als 48 Legionellenarten und 70 Serogruppen nachgewiesen, wobei der dominante Erreger für die Legionellose, bzw. die Legionärskrankheit ist.

Welche Gefahren gehen von Legionellen aus?

Legionellen sind lebensgefährliche Krankheitserreger. Die kleinen, beweglichen Stäbchenbakterien gelangen hauptsächlich über die Atemwege in den Körper des Menschen. Werden lungengängige, erregerhaltige Aerosole in Warmwasserbereichen, wie etwa in Duschkabinen, in der Umgebung von Wasserhähnen oder in Schwimmbecken, eingeatmet oder erregerhaltiges Wasser verschluckt, besteht die Gefahr einer Legionelleninfektion. Gefährdet sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Raucher und ältere Menschen.

Kinder erkranken nur sehr selten an einer Legionelleninfektion. Eine Infektion mit Legionellen, die sogenannte „Legionellose“, kann zu gefährlichen Krankheiten führen. Zu den populärsten Erkrankungen gehört die sogenannte „Legionärskrankheit“ (lat. Legionella pneumophila), die 1976 im US-amerikanischen Philadelphia zu einer Epidemie mit 182 Erkrankten und 25 Toten führte. Zu den ersten Symptomen der Legionärskrankheit, gehören Husten, Schüttelfrost, sowie heftige Brust- und Kopfschmerzen und hohes Fieber von bis zu 40,5°C. Auch Schwindel und Zustände von akuter Verwirrtheit können bei einer Legionärskrankheit auftreten.

Im weiteren Krankheitsverlauf entsteht eine Lungenentzündung, die bis zu vier Wochen dauern und tödlich verlaufen kann, sofern sie nicht behandelt wird. Bei jedem zehnten Betroffenen führt die Legionärskrankheit zum Tot. Eine weitere Krankheit, die durch eine Legionelleninfektion entstehen kann, ist das „Pontiac-Fieber“, das weitaus weniger gefährlich ist, als die Legionärskrankheit. Es handelt sich dabei um eine grippeähnliche Erkrankung, in der Regel begleitet von Fieber, die jedoch in der Regel nach wenigen Tagen wieder abheilt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 100.000 Menschen an Pontiac-Fieber.

Legionelleninfektionen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Was ist die gesetztliche Grundlage der Legionellenprüfung?

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) definiert den Begriff „Grossanlage zur Trinkwassererwaermung“ eindeutig und hat klar festgelgt, wie diese Anlagen im Bezug auf Legionellen überwacht werden müssen. Weiteres erfahren Sie direkt in diesem PDF.

Seit wann ist die Legionellenprüfung notwendig?

Seit dem 31. Dezember 2013 muesste die erste Untersuchung auf Legionellen erfolgt sein. Der 31.12.2013 war der Stichtag an dem vermietete Mehrfamilienhäuser mit zentralen Warmwasseraufbereitungsanlagen erstmals auf Legionellen untersucht werden mussten. Betroffen sind dabei alle Wohngebäude, die ueber einen zentralen Warmwasserspeicher oder auch ueber Durchlauferhitzer mit mehr als 400 Litern versorgt werden. Die Prüfpflicht auf Legionellen gilt auch fuer Wohngebäude, in denen die Wasserleitungen zwischen dem zentralen Trinkwassererwärmer und dem am weitesten entfernten Wasserhahn ein Volumen von ueber 3 Litern fassen. Das bedeutet konkret das die Prüfpflicht fuer fast alle Mehrfamilienhäuser und auch Wohnungseigentümergemeinschaften ( WEG ) gilt. Nur Mehrfamilienhaeuser mit einer dezentralen Warmwasserbereitung und auch Einfamilienhäuser sowie Zweifamilienhäuser sind von der gesetzlichen Legionellenprüfung ausgenommen.

Wie wird auf Legionellen untersucht?

Zur Untersuchung des Trinkwassers auf einen möglichen Legionellenbefall muessen an mehreren Stellen Wasserproben durch ein zugelassenes Labor oder auch durch einen qualifizierten Fachmann entnommen werden. Labore die zugelassen sind, sind bei den zustaendigen Landesgesundheitsbehoerden gelistet. Nach der Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen, muessen die Mieter und Nutzer der Wohnungen nach der Prüfung durch einen Aushang im Haus oder als Information zur Betriebskostenabrechnung von dem Ergebnis in Kenntnis gesetzt werden. Werden keine auffälligen Werte bei der Legionellenprüfung festgestellt, muss die Pruefung auf Legionellen alle drei Jahre wiederholt werden. Die Kosten fuer die Legionellenprüfung koennen als Betriebskosten gegenueber dem Mieter abgerechnet werden.

Im Laufe der Zeit werden wir diese Webseite mit weiteren Informationen erweitern und auch versuchen für den Bereich Berlin und Potsdam qualifizierte Dienstleister benennen zu können. Ebenfalls versuchen wir geeignete Partner in den verschiedenen Regionen Deutschlands zu finden.